Erste umfassende Werkschau im Bröhan Muse­um

Dass sich die immer mit viel zu lan­gen Schließun­gen ver­bun­de­nen Sanierungs- und Umbau­pläne im Fall des Berlin­er Bröhan zunächst nicht real­isieren, hat Berlin einen weit­eren Ausstel­lung­shöhep­unkt beschert: Cesar Klein. Bild Raum Bühne (vom 15.10.2026 – 29.3.2027. Cesar Klein (1876–1954) war ein mod­ern­er Uni­ver­salkün­stler, der die Gren­zen zwis­chen freier und ange­wandter Kun­st mit beein­druck­ender Viel­seit­igkeit über­schritt. Sein Schaf­fen umfasste nicht nur Malerei und Grafik, son­dern auch Innenar­chitek­tur sowie die Gestal­tung von Mosaiken, Glas­fen­stern, Möbeln und Porzel­lan. Darüber hin­aus prägte er als Büh­nen­bild­ner und Fil­mausstat­ter das kul­turelle Leben im Berlin der Weimar­er Repub­lik maßge­blich. Cesar Klein zählt zweifel­los zu den bedeu­tend­sten Vertretern der Berlin­er Mod­erne, sowohl in der freien Kun­st als auch im ange­wandten Bere­ich. Den­noch wurde ihm in Berlin bish­er keine mono­grafis­che Ausstel­lung gewid­met. Der 150. Geburt­stag des Kün­stlers bietet nun den Anlass, sein Schaf­fen mit ein­er groß angelegten Schau in Berlin zu würdi­gen. Als bilden­der Kün­stler wirk­te Klein entschei­dend an den wichtig­sten Avant­garde­strö­mungen der Vor- und Zwis­chenkriegszeit mit. 1910 gehörte er zu den ersten Mit­gliedern der Neuen Seces­sion, gemein­sam mit expres­sion­is­tis­chen Kün­stlern wie Max Pech­stein. Einen Ruf an das neu gegrün­dete Bauhaus lehnte er 1919 ab. Stattdessen über­nahm er die Leitung ein­er Klasse für Deko­ra­tions­malerei an der Berlin­er Unter­richt­sanstalt des Kun­st­gewerbe­mu­se­ums, ver­tiefte seine Kon­tak­te in die Kun­st- und The­ater­welt und wurde in den 1920er Jahren zu einem gefragten Büh­nen­bild­ner und Raumgestal­ter – prä­gend sowohl für das expres­sion­is­tis­che The­ater als auch für die For­men­sprache des deutschen Art Déco. Während der NS-Zeit ver­lor Klein seine Pro­fes­sur, erhielt Malver­bot und wurde als „entartet“ dif­famiert; zahlre­iche sein­er Werke wur­den aus öffentlichen Samm­lun­gen ent­fer­nt. Auss­chließlich im Bere­ich des Büh­nen­bilds kon­nte er weit­er­hin tätig bleiben.

Zur Ausstel­lung erscheint ein her­aus­ra­gen­der Kat­a­log: Anna Grosskopf und Tobias Hoff­mann (Hg.): Cesar Klein. Bild Raum Bühne , 248 Seit­en, 196 Farb- s/w Abb.en, dcv books, Berlin 2026, ISBN 978–3‑96912–293‑8, 42 €