Magazin für Kultur

Kategorie: Ausstellung (Seite 2 von 2)

Ingenieurbaukunst

Die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen”

Für die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen” hätte man keinen besseren Ort als die Bauakademie find­en kön­nen. Dort wird aktuell ein faszinieren­des Pro­jekt präsen­tiert, das sich mit der Bedeu­tung von Bauw­erken befasst, die aus der urba­nen Land­schaft ver­schwun­den sind.
Die Ausstel­lung präsen­tiert Meis­ter­leis­tun­gen der Baukun­st der let­zten zwei Jahrhun­derte.
Dazu zählen die Schinkelsche Bauakademie (Berlin), der Anhal­ter Bahn­hof (Berlin), die Groß­gast­stätte Ahorn­blatt (Berlin), der Alte Kaiser­steg (Berlin), der Glas­palast (München), der Seil­net­zkühlturm Hamm-Uen­trop und die Otto-Het­zer-Holzw­erkhalle (Weimar).

Die Schinkelsche Bauakademie ent­stand zwis­chen 1832 und 1836, gilt als Ikone und ist stil­bildend für den Ratio­nal­is­mus des 19. Jahrhun­derts. 1945 wurde sie kriegs­be­d­ingt schw­er beschädigt. Nach der baulichen Sicherung erfol­gte 1962 der poli­tisch motivierte Abriss, da nach Auf­fas­sung der dama­li­gen Regierung, “ein Wieder­auf­bau der Bauakademie die his­torische Kon­ti­nu­ität Preußens im Zen­trum Berlins sicht­bar gehal­ten hätte”.

Die vom Deutschen Bun­destag im Jahr 2016 beschlossene Wieder­errich­tung ein­er neuen Bauakademie am his­torischen Stan­dort zieht sich hin. Der Berlin­er Sen­at und die Bun­dess­tiftung haben sich aktuell, zehn Jahre später, auf die his­torische Schinkelsche Fas­sadengestal­tung ver­ständigt. Die äußere Hülle soll sich eng am his­torischen Orig­i­nal ori­en­tieren.

Somit bleibt den Berlin­ern und ihren Besuch­ern ein inter­es­san­ter Unort mit­ten im his­torischen Zen­trum erhal­ten, der mit den baulichen Frag­menten Fra­gen provoziert. Diese Fra­gen ver­sucht die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen” auch für weit­ere ver­lorene Bauw­erke zu beant­worten. Beson­ders span­nend ist es, die his­torischen Gebäude mit VR Brille virtuell zu betreten.

Die Ausstel­lung ist vom 12. Feb­ru­ar bis zum 8. März 2026 im Roten Saal am Schinkelplatz in 10117 Berlin zu sehen. zu sehen

Öff­nungszeit­en: Mi.–Fr. 14:00–19:00 Uhr, Sa. und So. 12:00–17:00 Uhr
Ver­anstal­tungsabende jew­eils ab 18:00 Uhr im Roten Saal der Bauakademie.
18.02.2026: Die Groß­gast­stätte Ahorn­blatt
20.02.2026: Bauwende unter Druck – Wer trägt die Ver­ant­wor­tung?
26.02.2026: Über­brück­en – vom alten Kaiser­steg zur Fußgänger­brücke
04.03.2026: Die Berlin­er Bauakademie

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­en Sie unter www.ingenieur-baukunst.de oder www.IBK-MUSEUM.DE

Avantgarde

Max Lieber­mann und der Impres­sion­is­mus in Deutsch­land

Dieses opu­lente Kat­a­log­buch macht Vor­freude auf einen Berlin/Potsdamer Ausstel­lung­shöhep­unkt im Jahr 2026 (vom 28.2. bis 7.6.2026 im Muse­um Bar­beri­ni Pots­dam). Endlich wird auch der deutsche Impres­sion­is­mus umfassend gewürdigt. Die Ausstel­lung gibt einen Überblick über die Entwick­lung des deutschen Impres­sion­is­mus und stellt neben den im Kanon ver­ankerten Malern wie Lovis Corinth, Max Lieber­mann und Max Slevogt auch weniger bekan­nte Kün­st­lerin­nen und Kün­stler wie Maria Slavona, Dora Hitz, Philipp Franck, Chris­t­ian Rohlfs und Less­er Ury vor. Obwohl Max Lieber­mann einen her­aus­ra­gen­den Ein­fluss auf deutsche Kün­stler hat­te, als Samm­ler, Ausstel­lungs­mach­er und Men­tor, ist der deutsche Impres­sion­is­mus ger­ade durch seine vor und nach der Jahrhun­der­twende in ver­schiede­nen regionalen Schw­er­punk­ten ent­standene Vielfalt (außer Berlin u.a. in München, Stuttgart, Mannheim) beson­ders vielfältig. „Mit über 130 Werken aus mehr als 60 inter­na­tionalen Samm­lun­gen han­delt es sich bei der Schau um eine der größten Ausstel­lun­gen, die der Entwick­lung des deutschen Impres­sion­is­mus bis­lang gewid­met wur­den.“ (Ortrud Wes­t­hei­der, Direk­torin Muse­um Bar­beri­ni, S. 16) Das Kat­a­log­buch zeich­net sich durch pro­funde kun­sthis­torische Ein­führung­s­texte und Erläuterun­gen zu den Ausstel­lungss­chw­er­punk­ten aus (Draußen im Freien, Stadt­bilder, Haus und Garten, Kinder­bilder, Stil­lleben, Große Gefüh­le auf Bühne und Lein­wand und schließlich Paradies am Wannsee. Lieber­manns Maler­garten). Große Bil­dauss­chnitte machen die freie Mal­weise, die ungezügelte Pin­selführung der Impres­sion­is­ten anschaulich.

Avant­garde – Max Lieber­mann und der Impres­sion­is­mus in Deutsch­land Fes­tein­band, 288 Seit­en, zahlre­iche Farb-Abbil­dun­gen, ISBN 978–3‑7913–7624‑0, Pres­tel Ver­lag, München 2025, 45 €

Deutsche Kinemathek

Wieder­eröff­nung des Muse­ums für Film und Fernse­hen der Deutschen Kine­math­ek

Immer noch sehr zu bedauern ist die Schließung des Muse­ums für Film und Fernse­henam Pots­damer Platz.Die dort mögliche anre­gende Vielfalt ist nicht wieder erre­ich­bar. Den­noch ist das wieder eröffnete Muse­um in der Mauer­straße sehenswert. Alleine schon der Ort, die denkmalgeschütze Ikone der Berlin­er Indus­triekul­tur, ein ehe­ma­lige Umspan­nwerk, später die Diskothek E‑Werk, ragt her­vor. Die jet­zt gezeigte Wech­se­lausstel­lung „Screen­time“ bespielt die gesamte ehe­ma­lige Maschi­nen­halle. Ihre Offen­heit erin­nert eher an ein Film­stu­dio als an ein Muse­um. Groß­for­matige Medi­enin­stal­la­tio­nen laden zu einem Streifzug durch 130 Jahre deutsch­er Filmgeschichte ein. Werk­fo­tos aus den Archiv­en der Deutschen Kine­math­ek zeigen Drehsi­t­u­a­tio­nen und ermöglichen sel­tene Blicke in Pro­duk­tion­szusam­men­hänge. In Kom­bi­na­tion mit Fil­mauss­chnit­ten wird sicht­bar, wie Tech­nik und Insze­nierung Stim­mung und Ästhetik prä­gen. Dazwis­chen erscheinen immer wieder Gesichter in Großauf­nahme: Schauspieler*innen aus unter­schiedlichen Epochen, deren Porträts sich zu ein­er bewegten Bilder­folge verdicht­en – von Asta Nielsen bis Sibel Kekil­li, von Peter Lorre bis Daniel Brühl, von Heinz Rüh­mann bis Diane Kruger. Eine Samm­lungswand gibt Ein­blicke in die Archive der Deutschen Kine­math­ek: durch Öff­nen der Schubladen kann sich der Besuch­er in Fan­postkarten, Dreh­plan­seit­en u. a. Doku­mente aus der Mate­ri­alfülle der weit größeren Samm­lung ver­tiefen.

Kine­math­ek im E‑Werk https://www.deutsche-kinemathek.de, Mauer­straße 79, 10117 Berlin; Täglich 10–18 Uhr; 10 € reg­ulär, 7 € ermäßigt, Kinder kosten­frei

Der andere Impressionismus

Dieses her­aus­ra­gende Kat­a­log­buch zur aktuellen Ausstel­lung im Kupfer­stichk­abi­nett Berlin und im Bar­beri­ni Pots­dam (24. Sep­tem­ber 2024 bis 12. Jan­u­ar 2025) begeis­tert, weil es mehr bietet als die Ausstel­lung selb­st. Die Möglichkeit, diesen Höhep­unk­ten der Grafik-Kun­st eine ver­tiefte Betra­ch­tung zukom­men zu lassen, gibt es nur in diesem Buch (in den bei­den Ausstel­lun­gen kann man diesen meist kle­in­for­mati­gen Werken nicht näher treten, zudem muss oft stel­len­weise ein Lichtschutz abgenom­men wer­den). Diese Ausstel­lun­gen machen bewusst, dass es auch in der Grafik schon früh impres­sion­is­tis­che Strö­mungen gab (früher als in der ersten Impres­sion­is­ten Ausstel­lung im Jahr 1874, die jet­zt der Anlass für das 150jährige Jubiläum ist). Son­nenaufgänge, Seerosen, far­bige Licht- und Schat­ten­ef­fek­te. Fast jed­er hat eine Vorstel­lung davon, was ein impres­sion­is­tis­ches Bild aus­macht. In der inter­na­tionalen Druck­grafik sind atmo­sphärische Phänomene – von blenden­der Sonne, über Regen, Dun­st, bis hin zu Smog – gle­ich­falls häu­figer Gegen­stand: Auch Maler­radier­er haben zum Teil direkt vor der Natur und mit der für diesen Stil charak­ter­is­tis­chen Spon­tan­ität Werke von hoher kün­st­lerisch­er Indi­vid­u­al­ität entste­hen lassen, in denen die Welt neu gese­hen wird. Über­ar­beitun­gen machen aus jedem Abzug ein Orig­i­nal. Das Berlin­er Kupfer­stichk­abi­nett präsen­tiert 110 sel­ten oder nie gezeigte grafis­che Blät­ter von 40 Kün­st­lerin­nen und Kün­stlern, darunter so berühmte Namen wie Édouard Manet, Auguste Renoir, Mary Cas­satt, James Whistler und Less­er Ury. Let­zter­er wird zusam­men mit Anders Zorn und Franz Skarbina schließlich auch noch zum Impres­sion­is­mus gezählt, zeitlich gewagt, aber von der Gestal­tung und Wirkung dur­chaus berechtigt.

Der andere Impres­sion­is­mus – Inter­na­tionale Druck­graphik von Manet bis Whistler, 208 Seit­en, 147 Farb- und 3 sw-Abbil­dun­gen, Michael Imhof Ver­lag, Peters­berg 2024, ISBN: 978–3‑7319–1433‑4 , 29,95 € .

und Julia Kratzer

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