Magazin für Kultur

Autor: Bernd Weinreich (Seite 1 von 4)

Young Euro Classic Fazit

und warum dieses Fes­ti­val für Berlin so wichtig ist

Young Euro Clas­sic ist längst mehr als ein Fes­ti­val für junge Orch­ester­musik­er. Die 27. Aus­gabe hat erneut gezeigt, welche Bedeu­tung es für Berlin hat – für die musikalis­che Nach­wuchs­förderung, inter­na­tionale Begeg­nun­gen und das Pub­likum von mor­gen.
Wer eines der Konz­erte im Konz­erthaus Berlin erlebt hat, kon­nte etwas Bemerkenswertes beobacht­en. Erstaunlich viele junge Men­schen saßen im Pub­likum. Und sie waren mit Begeis­terung dabei. Das ist ein wichtiges Sig­nal in ein­er Zeit, in der oft beklagt wird, dass junge Men­schen nur schw­er für klas­sis­che Musik zu gewin­nen seien.
Berlin ver­fügt mit der Uni­ver­sität der Kün­ste und seinen großen Musikschulen bere­its über eine gute Grund­lage. Young Euro Clas­sic führt diese Arbeit auf eine große öffentliche Bühne: Junge Musik­erin­nen und Musik­er kön­nen ihr Kön­nen unter pro­fes­sionellen Bedin­gun­gen vor einem großen Pub­likum zeigen.


Bemerkenswert ist ein Prinzip, das heute fast ungewöhn­lich wirkt. Die Orch­ester treten nicht gegeneinan­der an. Es gibt keine Ran­gliste und keinen Sieger. Jedes Ensem­ble bekommt seine eigene Bühne und gibt den­noch sein Bestes. Der Ehrgeiz richtet sich somit nicht gegen die anderen, son­dern auf die eigene Leis­tung.
Man hört einan­der zu, lernt voneinan­der und begeg­net sich ohne unmit­tel­baren Konkur­ren­z­druck. Alle wollen gut sein, aber nie­mand muss bess­er sein als die anderen. Ger­ade das macht die Atmo­sphäre des Fes­ti­vals so beson­ders.
Dazu kommt der beson­dere Ort. Die jun­gen Musik­er spie­len im Konz­erthaus Berlin, ein­er der großen Adressen des inter­na­tionalen Musik­lebens. Hier treten Spitzenorch­ester auf und hier ist das Konz­erthau­sor­ch­ester zu Hause.
Für den Nach­wuchs ist das mehr als eine schöne Kulisse. Die jun­gen Musik­er ste­hen auf der­sel­ben Bühne wie ihre musikalis­chen Vor­bilder und erleben unmit­tel­bar, wohin ihr Weg sie führen kann.
Young Euro Clas­sic beschränkt sich inzwis­chen auch nicht mehr auf den großen Konz­ert­saal. Mit „YEC im Kiez” kom­men kleine Ensem­bles der angereis­ten Orch­ester mit Pop-up-Konz­erten direkt zu den Berliner­in­nen und Berlin­ern – etwa auf den Klunk­erkranich, zu C/O Berlin oder auf die Fre­itreppe des Konz­erthaus­es. So wird aus dem inter­na­tionalen Fes­ti­val auch ein Stück Berlin­er Stadtkul­tur.


Auch die jüng­sten Besuch­er wer­den gezielt ange­sprochen. Im Rah­men des seit 2019 beste­hen­den NEXT GEN­ER­A­TION-Pro­gramms wer­den Kinder mit Work­shops, inter­ak­tiv­en Ange­boten und dem Kindertag spielerisch an Musik herange­führt. 2026 kon­nten Kinder Instru­mente aus­pro­bieren, eigene Songs aufnehmen und gemein­sam musizieren.
Damit entste­ht eine bemerkenswerte Verbindung: Auf der Bühne spielt die musikalis­che Zukun­ft, im Pub­likum wächst bere­its die näch­ste Gen­er­a­tion her­an.
Berlin ist Tre­ff­punkt der jun­gen Musik­welt.
Hinzu kommt die enorme inter­na­tionale Ausstrahlung. Junge Musik­erin­nen und Musik­er aus Europa, Afri­ka, Asien und Ameri­ka kom­men nach Berlin, um gemein­sam zu musizieren. Im Jahr 2026 waren 14 Jugen­dorch­ester sowie weit­ere Jazz- und Chor­for­ma­tio­nen beteiligt. Das Fes­ti­val macht Berlin damit für einige Wochen zu einem Tre­ff­punkt ein­er jun­gen, inter­na­tionalen Musik­szene.
Ger­ade in schwieri­gen Zeit­en inter­na­tionaler Beziehun­gen ist diese Form der Begeg­nung wertvoll. Ein Orch­ester funk­tion­iert nur, wenn man einan­der zuhört, aufeinan­der reagiert und ein gemein­sames Ziel ver­fol­gt. Hier wird inter­na­tionale Ver­ständi­gung nicht disku­tiert, son­dern prak­tiziert.
Diese Wirkung reicht inzwis­chen weit über Berlin hin­aus. So zeich­nete beispiel­sweise ARTE das Eröff­nungskonz­ert des Bun­desju­gen­dorch­esters auf und Deutsch­land­funk Kul­tur übertrug mehrere Konz­erte des Fes­ti­vals bun­desweit. Damit erre­ichte Young Euro Clas­sic auch ein Pub­likum, das nicht im Konz­erthaus sitzen kann. Einige Konz­erte sind auch im Stream ver­füg­bar.
Young Euro Clas­sic verbindet musikalis­che Aus­bil­dung, inter­na­tionale Begeg­nung, pro­fes­sionelle Förderung und Pub­likum­sen­twick­lung. Das Fes­ti­val ist deshalb kul­tur­poli­tisch wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.
Natür­lich gibt es viele her­vor­ra­gende Nach­wuch­spro­gramme und Jugen­dorch­ester in Deutsch­land und weltweit. Young Euro Clas­sic ver­fol­gt jedoch einen eige­nen Ansatz: Es ist wed­er eine Akademie noch ein Wet­tbe­werb, son­dern eine inter­na­tionale Bühne für viele junge Ensem­bles.
Die Musikschulen und die UdK schaf­fen die Grund­la­gen. Young Euro Clas­sic zeigt, was daraus entste­hen kann. Die jun­gen Musik­er brin­gen ihr Kön­nen nach Berlin und find­en hier einen Konz­ert­saal, in dem sie gemein­sam mit der inter­na­tionalen Musik­welt auftreten kön­nen.

Vielle­icht liegt darin die eigentliche Stärke des Fes­ti­vals: Es redet nicht nur darüber, dass die Jugend die Zukun­ft der Kul­tur ist, son­dern gibt den jun­gen Musik­ern eine Bühne. Es lässt sie spie­len – auf ein­er großen Bühne, vor einem jun­gen Pub­likum und gemein­sam mit der Welt.
Berlin sollte Young Euro Clas­sic deshalb nicht nur erhal­ten, son­dern als das begreifen, was es längst ist: eine Investi­tion in die musikalis­che und inter­na­tionale Zukun­ft der Stadt.

IFA 2026

Was kann Tech­nik inzwis­chen wirk­lich?

Vom 4. bis 8. Sep­tem­ber wird Berlin wieder zum Tre­ff­punkt der inter­na­tionalen Tech­nikwelt. Unter dem Mot­to „Inno­va­tion For All“ zeigt die IFA, was sich bei Unter­hal­tungse­lek­tron­ik, Smart Home, KI und dig­i­tal­en Anwen­dun­gen ger­ade verän­dert.

Beson­ders span­nend wird in diesem Jahr der Blick auf humanoide Robot­er. In der IFA Next zeigen rund 300 Aussteller, wie Robot­er und kün­stliche Intel­li­genz näher an den All­t­ag rück­en – vom Haushalt über Ser­vice und Pflege bis zur Indus­trie. Dazu kom­men neue Entwick­lun­gen bei Smart Glass­es, AI Wear­ables und ver­net­ztem Wohnen.

Die IFA will dabei nicht nur zeigen, son­dern erleben lassen: aus­pro­bieren, ver­gle­ichen, staunen und selb­st ent­deck­en, was heute schon funk­tion­iert und was vielle­icht mor­gen selb­stver­ständlich sein wird.

Wer wis­sen möchte, wie viel Zukun­ft bere­its im All­t­ag angekom­men ist, und was wir erwarten kön­nen sollte die IFA 2026 nicht ver­passen.

https://www.ifa-berlin.com

Die Liste der Lebenden

Gegen das Vergessen

Es gibt Katas­tro­phen, die sich tief in das kollek­tive Gedächt­nis einge­bran­nt haben. Der Unter­gang der RMS Titan­ic gehört dazu. Andere Unglücke, die ihre Zeitgenossen nicht min­der erschüt­terten, sind dage­gen nahezu ver­schwun­den. Zu ihnen zählt der Unter­gang der Aus­tria am 13. Sep­tem­ber 1858 – eine der schw­er­sten Schiff­skatas­tro­phen des 19. Jahrhun­derts. Mehr als 500 Men­schen befan­den sich an Bord des Auswan­der­erschiffes, nur rund 90 über­lebten. Ste­fan Kutzen­berg­er macht aus diesem fast vergesse­nen Ereig­nis den Aus­gangspunkt seines Romans Die Liste der Leben­den und zeigt ein­drucksvoll, dass Lit­er­atur Erin­nerung bewahren kann, wo Geschichte zu verblassen dro­ht.

Die his­torische Katas­tro­phe ist dabei nicht Selb­stzweck. Kutzen­berg­er inter­essiert weniger das spek­takuläre Unglück als die Men­schen, deren Leben dadurch unwider­ru­flich verän­dert wur­den. Im Mit­telpunkt ste­hen zwei reale Per­sön­lichkeit­en: die dänis­che Frauen­recht­lerin Hen­ri­ette Wulff, die auf der Aus­tria ums Leben kam, und Hans Chris­t­ian Ander­sen, der in Däne­mark verzweifelt auf Nachricht­en wartete. Tage­lang suchte er ihren Namen in den veröf­fentlicht­en Lis­ten der Geretteten und Ver­mis­sten – ein Bild von erschüt­tern­der Ein­fach­heit, das dem Roman seinen Titel gibt und zugle­ich sein zen­trales Motiv for­muliert: das Hof­fen gegen jede Ver­nun­ft.

Kutzen­berg­er gelingt dabei, den welt­berühmten Märchen­dichter ein wenig von seinem Denkmal her­abzu­holen. Sein Ander­sen ist kein lit­er­arisches Genie aus Schul­büch­ern, son­dern ein empfind­samer, von Selb­stzweifeln geprägter Men­sch, dessen Sehn­sucht nach Nähe und Anerken­nung ihn eben­so bes­timmt wie seine schrift­stel­lerische Begabung.

Eben­so sorgfältig zeich­net der Autor das Panora­ma ein­er Epoche im Umbruch. Die Mitte des 19. Jahrhun­derts ist geprägt von Indus­tri­al­isierung, tech­nis­chem Fortschritt und ein­er bis dahin ungekan­nten Auswan­derungs­be­we­gung nach Ameri­ka. Dampf­schiffe verkör­pern den Glauben an eine mod­erne Zukun­ft – und zugle­ich deren Ver­let­zlichkeit. Dass aus­gerech­net eines der mod­ern­sten Schiffe sein­er Zeit durch einen ver­mei­d­baren Brand unterge­ht, erhält beina­he sym­bol­is­che Kraft. Fortschritt erscheint nicht als Tri­umph, son­dern als Ver­sprechen mit tödlichen Gren­zen.

Auch Hen­ri­ette Wulff gewin­nt weit über ihre Rolle als Unglück­sopfer hin­aus Pro­fil. Als engagierte Frauen­recht­lerin ste­ht sie für die gesellschaftlichen Verän­derun­gen ihrer Zeit und verkör­pert einen Auf­bruch, der durch die Katas­tro­phe jäh been­det wird. Indem Kutzen­berg­er ihr eben­so viel Aufmerk­samkeit schenkt wie Ander­sen, erweit­ert er den his­torischen Blick und erin­nert daran, dass Geschichte nicht nur von berühmten Män­nern geschrieben wurde.

Die Stärke des Romans liegt jedoch weniger in der Rekon­struk­tion his­torisch­er Abläufe als in sein­er lit­er­arischen Hal­tung. Kutzen­berg­er verzichtet auf drama­tis­che Effek­te und sen­sa­tion­sheis­chende Katas­tro­phen­szenen. Stattdessen entwick­elt er eine ruhige, konzen­tri­erte Erzählweise, die den Fig­uren und ihren inneren Kon­flik­ten Raum gibt. Seine Sprache ist präzise, atmo­sphärisch und unauf­dringlich. Ger­ade diese Zurück­hal­tung ver­lei­ht dem Roman seine emo­tionale Kraft.

Bemerkenswert ist auch, wie der Autor die his­torische Dimen­sion des Stoffes sicht­bar macht. Der Unter­gang der Aus­tria ereignete sich mehr als ein halbes Jahrhun­dert vor der Titan­ic. Während sich let­ztere tief in das kul­turelle Gedächt­nis eingeschrieben hat, ver­schwand die Aus­tria fast voll­ständig aus dem öffentlichen Bewusst­sein. Kutzen­berg­er macht aus diesem Vergessen sein eigentlich­es The­ma. Er erzählt nicht nur von ein­er Schiff­skatas­tro­phe, son­dern von der Selek­tiv­ität his­torisch­er Erin­nerung. Warum bleiben manche Ereignisse lebendig, während andere trotz ver­gle­ich­bar­er Trag­weite nahezu aus­gelöscht wer­den?

Ger­ade darin ent­fal­tet Die Liste der Leben­den seine größte Qual­ität. Der Roman verbindet his­torische Präzi­sion mit lit­er­arisch­er Empathie und macht deut­lich, dass Geschichte immer auch aus indi­vidu­ellen Schick­salen beste­ht. Die Lis­ten der Geretteten und Ver­mis­sten wer­den zum Sinnbild ein­er Gesellschaft zwis­chen Hoff­nung und Gewis­sheit, zwis­chen Leben und Ver­lust.

Ste­fan Kutzen­berg­er hat keinen klas­sis­chen his­torischen Aben­teuer­ro­man geschrieben. Ihm ist vielmehr ein leis­es, klug kom­poniertes Werk über Erin­nerung, Ver­lust und die Zer­brech­lichkeit men­schlich­er Hoff­nun­gen gelun­gen. Dass er dabei eine beina­he vergessene Tragödie wieder in das kul­turelle Gedächt­nis zurück­holt, macht Die Liste der Leben­den zu einem der bemerkenswertesten his­torischen Romane der ver­gan­genen Jahre.

Ste­fan Kutzen­berg­er: Die Liste der Leben­den, 208 Seit­en, Picus Ver­lag, ISBN 978–3‑7117–2167‑9,‎ Hard­cov­er 24 €

Die Spur des Silbers

Wie die Jagd nach dem Edel­met­all unsere Welt verän­dert hat

In „Die Spur des Sil­bers” erzählt Till­mann Bendikows­ki europäis­che Geschichte aus der Per­spek­tive eines einzi­gen Rohstoffs. Seine zen­trale These lautet, dass Sil­ber weit mehr war als ein Edel­met­all. Es trieb den Han­del, die Macht­bil­dung und die frühe Glob­al­isierung entschei­dend voran.
Aus­gangspunkt ist das Europa vor der Ent­deck­ung Amerikas. Regio­nen wie das Erzge­birge mit Städten wie Freiberg oder Joachim­sthal waren damals wichtige Zen­tren der Sil­ber­förderung. Hier ent­standen fortschrit­tliche Berg­baus­truk­turen und frühe For­men eines ein­heitlichen Geldsys­tems, etwa mit dem Taler. Diese Entwick­lun­gen wer­den im Buch jedoch eher knapp behan­delt.
Der entschei­dende Umbruch begin­nt im 16. Jahrhun­dert mit Poto­sí. Am Cer­ro Rico ver­lagerte sich die Sil­ber­pro­duk­tion nach Ameri­ka. Spanien nutzte diese Ressource sys­tem­a­tisch: Sil­ber wurde in großen Men­gen gefördert, zu Münzen geprägt und über weitre­ichende Han­del­snet­ze verteilt. Beson­ders der Peso de a Ocho entwick­elte sich zu ein­er Art früher Weltwährung.
Das Sil­ber aus Poto­sí gelangte nicht nur nach Europa, son­dern von dort aus auch nach Chi­na und in den ara­bis­chen Raum, da es als uni­versell akzep­tiertes Zahlungsmit­tel diente. So ent­stand bere­its in der Frühen Neuzeit ein glob­ales Han­delssys­tem. Gle­ichzeit­ig ver­schweigt das Buch nicht die Schat­ten­seit­en. Der Reich­tum beruhte auf Zwangsar­beit und kolo­nialer Aus­beu­tung. Die Gier nach Sil­ber führte immer wieder zu Gewalt und Raub – von Über­fällen auf spanis­che Schiffe durch Freibeuter bis hin zu sys­tem­a­tis­chem Raub im Kon­text der nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­fol­gung jüdis­chen Eigen­tums.
Die Geschichte des Sil­bers zeigt, wie stark glob­ale Wirtschaftssys­teme von einzel­nen Ressourcen abhän­gen kön­nen und welche Chan­cen und Risiken damit ver­bun­den sind. Auch heute spielt Sil­ber wirtschaftlich eine wichtige Rolle, wie die aktuellen Preisen­twick­lun­gen zeigen. Grund­sät­zlich gilt: Wer über zen­trale Ressourcen ver­fügt, gewin­nt Ein­fluss auf glob­ale Entwick­lun­gen. In gewiss­er Weise sind die ver­gle­ich­baren „Rohstoffe” der Gegen­wart Dat­en und Energie. Um sie wird ähn­lich inten­siv gerun­gen wie einst um Sil­ber.

Das Buch ist gut les­bar, anschaulich geschrieben und inspiri­erend sich weit­er mit den The­ma zu befassen.

Till­mann Bendikows­ki: Die Spur des Sil­bers: Wie die Jagd nach dem Edel­met­all unsere Welt verän­dert hat, 256 Seit­en, zahlre­iche Abbil­dun­gen, ISBN: 978–3570105436, C.Bertelsmann Ver­lag 2025, 26,00 €

Ingenieurbaukunst

Die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen”

Für die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen” hätte man keinen besseren Ort als die Bauakademie find­en kön­nen. Dort wird aktuell ein faszinieren­des Pro­jekt präsen­tiert, das sich mit der Bedeu­tung von Bauw­erken befasst, die aus der urba­nen Land­schaft ver­schwun­den sind.
Die Ausstel­lung präsen­tiert Meis­ter­leis­tun­gen der Baukun­st der let­zten zwei Jahrhun­derte.
Dazu zählen die Schinkelsche Bauakademie (Berlin), der Anhal­ter Bahn­hof (Berlin), die Groß­gast­stätte Ahorn­blatt (Berlin), der Alte Kaiser­steg (Berlin), der Glas­palast (München), der Seil­net­zkühlturm Hamm-Uen­trop und die Otto-Het­zer-Holzw­erkhalle (Weimar).

Die Schinkelsche Bauakademie ent­stand zwis­chen 1832 und 1836, gilt als Ikone und ist stil­bildend für den Ratio­nal­is­mus des 19. Jahrhun­derts. 1945 wurde sie kriegs­be­d­ingt schw­er beschädigt. Nach der baulichen Sicherung erfol­gte 1962 der poli­tisch motivierte Abriss, da nach Auf­fas­sung der dama­li­gen Regierung, “ein Wieder­auf­bau der Bauakademie die his­torische Kon­ti­nu­ität Preußens im Zen­trum Berlins sicht­bar gehal­ten hätte”.

Die vom Deutschen Bun­destag im Jahr 2016 beschlossene Wieder­errich­tung ein­er neuen Bauakademie am his­torischen Stan­dort zieht sich hin. Der Berlin­er Sen­at und die Bun­dess­tiftung haben sich aktuell, zehn Jahre später, auf die his­torische Schinkelsche Fas­sadengestal­tung ver­ständigt. Die äußere Hülle soll sich eng am his­torischen Orig­i­nal ori­en­tieren.

Somit bleibt den Berlin­ern und ihren Besuch­ern ein inter­es­san­ter Unort mit­ten im his­torischen Zen­trum erhal­ten, der mit den baulichen Frag­menten Fra­gen provoziert. Diese Fra­gen ver­sucht die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen” auch für weit­ere ver­lorene Bauw­erke zu beant­worten. Beson­ders span­nend ist es, die his­torischen Gebäude mit VR Brille virtuell zu betreten.

Die Ausstel­lung ist vom 12. Feb­ru­ar bis zum 8. März 2026 im Roten Saal am Schinkelplatz in 10117 Berlin zu sehen. zu sehen

Öff­nungszeit­en: Mi.–Fr. 14:00–19:00 Uhr, Sa. und So. 12:00–17:00 Uhr
Ver­anstal­tungsabende jew­eils ab 18:00 Uhr im Roten Saal der Bauakademie.
18.02.2026: Die Groß­gast­stätte Ahorn­blatt
20.02.2026: Bauwende unter Druck – Wer trägt die Ver­ant­wor­tung?
26.02.2026: Über­brück­en – vom alten Kaiser­steg zur Fußgänger­brücke
04.03.2026: Die Berlin­er Bauakademie

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­en Sie unter www.ingenieur-baukunst.de oder www.IBK-MUSEUM.DE

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