Magazin für Kultur

Autor: Bernd Weinreich (Seite 1 von 3)

Die Spur des Silbers

Wie die Jagd nach dem Edel­met­all unsere Welt verän­dert hat

In „Die Spur des Sil­bers” erzählt Till­mann Bendikows­ki europäis­che Geschichte aus der Per­spek­tive eines einzi­gen Rohstoffs. Seine zen­trale These lautet, dass Sil­ber weit mehr war als ein Edel­met­all. Es trieb den Han­del, die Macht­bil­dung und die frühe Glob­al­isierung entschei­dend voran.
Aus­gangspunkt ist das Europa vor der Ent­deck­ung Amerikas. Regio­nen wie das Erzge­birge mit Städten wie Freiberg oder Joachim­sthal waren damals wichtige Zen­tren der Sil­ber­förderung. Hier ent­standen fortschrit­tliche Berg­baus­truk­turen und frühe For­men eines ein­heitlichen Geldsys­tems, etwa mit dem Taler. Diese Entwick­lun­gen wer­den im Buch jedoch eher knapp behan­delt.
Der entschei­dende Umbruch begin­nt im 16. Jahrhun­dert mit Poto­sí. Am Cer­ro Rico ver­lagerte sich die Sil­ber­pro­duk­tion nach Ameri­ka. Spanien nutzte diese Ressource sys­tem­a­tisch: Sil­ber wurde in großen Men­gen gefördert, zu Münzen geprägt und über weitre­ichende Han­del­snet­ze verteilt. Beson­ders der Peso de a Ocho entwick­elte sich zu ein­er Art früher Weltwährung.
Das Sil­ber aus Poto­sí gelangte nicht nur nach Europa, son­dern von dort aus auch nach Chi­na und in den ara­bis­chen Raum, da es als uni­versell akzep­tiertes Zahlungsmit­tel diente. So ent­stand bere­its in der Frühen Neuzeit ein glob­ales Han­delssys­tem. Gle­ichzeit­ig ver­schweigt das Buch nicht die Schat­ten­seit­en. Der Reich­tum beruhte auf Zwangsar­beit und kolo­nialer Aus­beu­tung. Die Gier nach Sil­ber führte immer wieder zu Gewalt und Raub – von Über­fällen auf spanis­che Schiffe durch Freibeuter bis hin zu sys­tem­a­tis­chem Raub im Kon­text der nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­fol­gung jüdis­chen Eigen­tums.
Die Geschichte des Sil­bers zeigt, wie stark glob­ale Wirtschaftssys­teme von einzel­nen Ressourcen abhän­gen kön­nen und welche Chan­cen und Risiken damit ver­bun­den sind. Auch heute spielt Sil­ber wirtschaftlich eine wichtige Rolle, wie die aktuellen Preisen­twick­lun­gen zeigen. Grund­sät­zlich gilt: Wer über zen­trale Ressourcen ver­fügt, gewin­nt Ein­fluss auf glob­ale Entwick­lun­gen. In gewiss­er Weise sind die ver­gle­ich­baren „Rohstoffe” der Gegen­wart Dat­en und Energie. Um sie wird ähn­lich inten­siv gerun­gen wie einst um Sil­ber.

Das Buch ist gut les­bar, anschaulich geschrieben und inspiri­erend sich weit­er mit den The­ma zu befassen.

Till­mann Bendikows­ki: Die Spur des Sil­bers: Wie die Jagd nach dem Edel­met­all unsere Welt verän­dert hat, 256 Seit­en, zahlre­iche Abbil­dun­gen, ISBN: 978–3570105436, C.Bertelsmann Ver­lag 2025, 26,00 €

Ingenieurbaukunst

Die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen”

Für die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen” hätte man keinen besseren Ort als die Bauakademie find­en kön­nen. Dort wird aktuell ein faszinieren­des Pro­jekt präsen­tiert, das sich mit der Bedeu­tung von Bauw­erken befasst, die aus der urba­nen Land­schaft ver­schwun­den sind.
Die Ausstel­lung präsen­tiert Meis­ter­leis­tun­gen der Baukun­st der let­zten zwei Jahrhun­derte.
Dazu zählen die Schinkelsche Bauakademie (Berlin), der Anhal­ter Bahn­hof (Berlin), die Groß­gast­stätte Ahorn­blatt (Berlin), der Alte Kaiser­steg (Berlin), der Glas­palast (München), der Seil­net­zkühlturm Hamm-Uen­trop und die Otto-Het­zer-Holzw­erkhalle (Weimar).

Die Schinkelsche Bauakademie ent­stand zwis­chen 1832 und 1836, gilt als Ikone und ist stil­bildend für den Ratio­nal­is­mus des 19. Jahrhun­derts. 1945 wurde sie kriegs­be­d­ingt schw­er beschädigt. Nach der baulichen Sicherung erfol­gte 1962 der poli­tisch motivierte Abriss, da nach Auf­fas­sung der dama­li­gen Regierung, “ein Wieder­auf­bau der Bauakademie die his­torische Kon­ti­nu­ität Preußens im Zen­trum Berlins sicht­bar gehal­ten hätte”.

Die vom Deutschen Bun­destag im Jahr 2016 beschlossene Wieder­errich­tung ein­er neuen Bauakademie am his­torischen Stan­dort zieht sich hin. Der Berlin­er Sen­at und die Bun­dess­tiftung haben sich aktuell, zehn Jahre später, auf die his­torische Schinkelsche Fas­sadengestal­tung ver­ständigt. Die äußere Hülle soll sich eng am his­torischen Orig­i­nal ori­en­tieren.

Somit bleibt den Berlin­ern und ihren Besuch­ern ein inter­es­san­ter Unort mit­ten im his­torischen Zen­trum erhal­ten, der mit den baulichen Frag­menten Fra­gen provoziert. Diese Fra­gen ver­sucht die Ausstel­lung „Ver­loren & Gebor­gen” auch für weit­ere ver­lorene Bauw­erke zu beant­worten. Beson­ders span­nend ist es, die his­torischen Gebäude mit VR Brille virtuell zu betreten.

Die Ausstel­lung ist vom 12. Feb­ru­ar bis zum 8. März 2026 im Roten Saal am Schinkelplatz in 10117 Berlin zu sehen. zu sehen

Öff­nungszeit­en: Mi.–Fr. 14:00–19:00 Uhr, Sa. und So. 12:00–17:00 Uhr
Ver­anstal­tungsabende jew­eils ab 18:00 Uhr im Roten Saal der Bauakademie.
18.02.2026: Die Groß­gast­stätte Ahorn­blatt
20.02.2026: Bauwende unter Druck – Wer trägt die Ver­ant­wor­tung?
26.02.2026: Über­brück­en – vom alten Kaiser­steg zur Fußgänger­brücke
04.03.2026: Die Berlin­er Bauakademie

Weit­ere Infor­ma­tio­nen find­en Sie unter www.ingenieur-baukunst.de oder www.IBK-MUSEUM.DE

Alte Mälzerei

im Licht­en­rad­er Revi­er


Die Alte Mälz­erei Licht­en­rade ist heute das markante Zen­trum eines neuen Stadtquartiers im Berlin­er Süden und ein Beispiel dafür, wie Denkmalschutz, Stad­ten­twick­lung und Nach­barschaft­skul­tur überzeu­gend zusam­men­find­en kön­nen. Sie ist fußläu­fig vom S‑Bahnhof Licht­en­rade zu erre­ichen und liegt direkt an der kür­zlich wieder in Betrieb genomme­nen Fern­bah­n­trasse der “Dres­d­ner Bahn”.

Errichtet wurde der ein­drucksvolle Back­stein­bau zwis­chen 1897 und 1898 für die Schloss­brauerei Schöneberg AG, eine der großen Berlin­er Brauereien der Kaiserzeit. Die Mälz­erei diente der Malzpro­duk­tion für die Brauerei, deren eigentliche Sud­häuser und Braube­triebe in Schöneberg lagen. In Licht­en­rade wur­den also keine Biere gebraut, son­dern das Malz hergestellt, das die Grund­lage für die Bier­her­stel­lung bildete. Der eigentliche Brau­vor­gang der Schloss­brauerei fand weit­er­hin an ihrem Stamm­sitz statt.

Bere­its im Jahr 1920, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde die Malzpro­duk­tion eingestellt und das Gebäude anschließend als Lager genutzt. Ab den 1960er Jahren stand das Gebäude weit­ge­hend leer und ver­fiel zunehmend, bis es schließlich unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Rah­men des Stad­ten­twick­lung­spro­jek­ts „Licht­en­rad­er Revi­er“ begann 2017 die umfassende Sanierung und Umnutzung. Ziel war es, der his­torischen Mälz­erei eine neue Bedeu­tung als Ort der Begeg­nung, Bil­dung und Kul­tur zu geben.

Heute beherbergt der fün­fgeschos­sige Ziegel­bau auf rund 3.100 Quadrat­metern die Stadt­teil­bib­lio­thek, die Volk­shochschule, die Musikschule Tem­pel­hof-Schöneberg sowie ein Nach­barschafts- und Kul­turzen­trum. Offene Lern­räume, Ver­anstal­tungs­flächen und Werk­stät­ten machen das Gebäude zu einem lebendi­gen Tre­ff­punkt für alle Gen­er­a­tio­nen.

Zum Gesamtensem­ble gehört auch das gegenüber­liegende Land­haus Licht­en­rade, das ursprünglich als Aus­flugs­gast­stätte der Schloss­brauerei ent­stand. Das tra­di­tion­sre­iche Gebäude wurde eben­falls denkmal­gerecht saniert und wird kün­ftig als kul­tureller Ver­anstal­tung­sort genutzt – ein wichtiger Baustein, um den alten Ortskern neu zu beleben. In unmit­tel­bar­er Nähe entste­ht außer­dem ein mod­ernes Schwimm­bad, das die infra­struk­turelle und soziale Entwick­lung des Quartiers abrun­det.

Das Pro­jekt „Alte Mälz­erei Licht­en­rade“ ist ein Beispiel für nach­haltige Stad­ten­twick­lung: Die his­torische Sub­stanz wurde nicht nur kon­serviert, son­dern mit neuen Funk­tio­nen für kom­mende Gen­er­a­tio­nen nutzbar gemacht. Erhal­ten geblieben sind die charak­ter­is­tis­che Fas­sade im Stil der nord­deutschen Neo­re­nais­sance, die hohen Fen­ster­ach­sen und das markante Dar­ren­türm­chen, während die Innen­räume mit mod­ern­er Tech­nik, Bar­ri­ere­frei­heit und ein­er energieef­fizien­ten Ausstat­tung verse­hen wur­den.

Diese Trans­for­ma­tion wurde auch in einem Buch doku­men­tiert: Im L+H Ver­lag erschien 2025 der reich bebilderte Band „Die Alte Mälz­erei Licht­en­rade – Das Herz eines neuen Stadt­teils“, ver­fasst von Mar­ti­na Vet­ter und her­aus­gegeben von Thomas Best­gen. Auf 210 Seit­en erzählt das Werk die Geschichte des Gebäudes, die tech­nis­chen Aspek­te der Malzpro­duk­tion und den Prozess sein­er Wieder­bele­bung. Zahlre­iche Fotografien von Erik-Jan Ouw­erk­erk und Markus Löf­fel­hardt machen die architek­tonis­che Atmo­sphäre des Ortes erfahrbar.

Das Buch ist mehr als eine reine Doku­men­ta­tion – es ist ein Porträt urbaner Erneuerung. Es zeigt, wie ein vergessenes Indus­triedenkmal dank pri­vatem Engage­ment, Kreativ­ität und Bürg­er­beteili­gung zu einem lebendi­gen Mit­telpunkt eines neuen Stadt­teils wer­den kann.

Faz­it:

Die Alte Mälz­erei Licht­en­rade ist ein gelun­ge­nes Beispiel für den behut­samen Umgang mit Baukul­tur. Sie erin­nert an die indus­trielle Ver­gan­gen­heit der Schloss­brauerei Schöneberg und ste­ht zugle­ich für die soziale und kul­turelle Zukun­ft des Stadtvier­tels. Mit Schwimm­bad, saniertem Restau­rant „Land­haus”, Einzel­han­del, Bio-Super­markt, eine Kita, vielfältiger kul­tureller Nutzung und nicht zu let­zt mit 202 Woh­nun­gen ist hier ein neues, offenes Stadtzen­trum ent­standen, das auch wegen des jet­zt dort gebraut­en Bieres einen Besuch wert ist.

Wuffis Reisen

Wie wir zu denen wur­den, die wir heute sind

Geschichte lässt sich leichter ver­ste­hen, wenn sie von einem sym­pa­this­chen Erzäh­ler span­nend präsen­tiert wird. Genau diesen Ansatz nutzt „Wuff­is Reisen” von Arno Sprenger und Ben­jamin Frank – mit einem ungewöhn­lichen Erzäh­ler: dem kleinen Stoffhund Wuf­fi.
Wuf­fi ist jedoch mehr als nur eine nette Fig­ur. Viele ken­nen ähn­liche Stofftiere aus der eige­nen Kind­heit, und genau daran knüpft das Buch an. Der Hund begleit­et die Autoren auf ihren Reisen durch Deutsch­land und darüber hin­aus und wird zum Beobachter his­torisch­er Orte, Men­schen und Ereignisse. So entste­ht ein emo­tionaler Zugang zur Geschichte, der ohne große Erk­lärun­gen auskommt.
Eine zen­trale Idee sind die „Wuf­fi-Self­ies“. Aus­ge­hend von diesen auf den ersten Blick ein­fachen Fotos erzählen die Autoren von his­torischen Zusam­men­hän­gen, Per­sön­lichkeit­en und gesellschaftlichen Entwick­lun­gen.  Geschichte wird anschaulich, leicht ver­ständlich und bleibt im Gedächt­nis. Belehrend wirkt das Buch dabei nie.
Auch die Auswahl der Men­schen, denen Wuf­fi begeg­net, ist überzeu­gend. His­torische Per­sön­lichkeit­en erscheinen nicht als ferne Helden, son­dern als Men­schen mit Stärken, Schwächen und Ein­fluss auf ihre Zeit. Das schafft Nähe und macht Geschichte greif­bar.
Die Sprache ist klar und gut les­bar. Das Buch richtet sich nicht nur an Kinder, son­dern eben­so an Erwach­sene. Ger­ade diese Offen­heit macht es zum gemein­samen Lesen oder zum Schmök­ern allein geeignet. Der Lern­ef­fekt stellt sich dabei fast neben­bei ein.
Ins­ge­samt zeigt „Wuff­is Reisen”, dass Geschichte span­nend, zugänglich und unter­halt­sam sein kann. Der Stoffhund Wuf­fi führt als sym­pa­this­ch­er Begleit­er durch Zeit­en und The­men und weckt die Lust, sich weit­er mit Geschichte zu beschäfti­gen.
Faz­it: Ein leicht zugänglich­es, klug gemacht­es Buch, das Geschichte lebendig erzählt und Leserin­nen und Leser jeden Alters anspricht. 
Es wird eine Fort­set­zung geben, auf die wir ges­pan­nt sein kön­nen. Und wer die Web­site, https://www.wuffisreisen.de/ von Wuf­fi ken­nt, weiß, dass es auch mehr wer­den kön­nen.

Wuff­is Reisen; Wie wir zu denen wur­den, die wir heute sind; Autoren: Arno Sprenger und Ben­jamins Frank; Illus­tra­tion: Ali­na Paulussen-Brem­n­er, Gesamt­gestal­tung: Tan­ja Kar­mann 1. Auflage, ISBN Num­mer: 978–3‑00–08165‑0, Ver­lag: Arno Sprenger; Verkauf: https://www.wuffisreisen.de/das-wuffibuch/

Die Grüne Woche 2026

Erfolgreiches Jubiläum mit Licht, viel Publikum – und Potenzial

Das 100-jährige Jubiläum der Grü­nen Woche ist ein ein­drucksvoller Pub­likum­ser­folg. 350.000 Besucherin­nen und Besuch­er strömten auf das Berlin­er Messegelände – so viele wie seit Jahren nicht mehr. Die poli­tis­che Promi­nenz reichte vom Bun­de­spräsi­den­ten über den Bun­deskan­zler bis zu EU-Kom­mis­saren und sieben Bundesminister:innen. Die Messe präsen­tierte sich als großer Tre­ff­punkt für Land­wirtschaft, Ernährung und Poli­tik. Und doch zeigte das Jubiläum nicht nur Glanz, son­dern auch die Gren­zen des Erfol­gs.

Denn der enorme Andrang brachte die Messe zeitweise an ihre Belas­tungs­gren­ze. Am vor­let­zten Ver­anstal­tungstag musste die Grüne Woche für rund 60 Minuten wegen Über­fül­lung geschlossen wer­den – ein ungewöhn­lich­er, aber deut­lich­er Hin­weis darauf, wie sehr das Inter­esse die vorhan­de­nen Kapaz­itäten über­stieg. Für viele Aussteller, die über hohe Stand­kosten und knappe Flächen kla­gen, ist das ein Sig­nal: Mehr Platz und bessere Besucher­führung wären wün­schenswert, um Gespräche, Präsen­ta­tio­nen und Verkauf nicht dem Gedränge zu opfern.

Inhaltlich überzeugte die Messe mit Vielfalt. 1.600 Aussteller aus über 50 Län­dern zeigten Pro­duk­te, Trends und Inno­va­tio­nen. Beson­ders stark besucht waren die Bere­iche des Bun­desmin­is­teri­ums für Land­wirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie der Erleb­nis­Bauern­hof, die sich erneut als Pub­likums­mag­neten erwiesen. Hier sucht­en viele Besuch­er gezielt den Kon­takt zur Prax­is, informierten sich über Tier­hal­tung, Anbau und mod­erne Land­wirtschaft – ein Zeichen dafür, dass das Inter­esse an Herkun­ft und Pro­duk­tion weit­er wächst.

Poli­tisch war die Messe so präsent wie sel­ten zuvor. Bun­de­spräsi­dent, Bun­deskan­zler und zahlre­iche Min­is­ter nutzten die Grüne Woche als Bühne. Beim Glob­al Forum for Food and Agri­cul­ture disku­tierten Exper­tin­nen und Experten aus aller Welt über Wass­er, Kli­ma und Ernährungssicherung. Die Berlin­er Agrarmin­is­terkon­ferenz ver­ab­schiedete eine gemein­same Erk­lärung zu effizien­ter Wasser­nutzung und Ressourcenschutz. Inter­na­tion­al wirk­te das Jubiläum sou­verän und pro­fes­sionell.

Doch hin­ter der Fest­stim­mung trat­en auch bekan­nte Kon­flik­tlin­ien offen zutage. Der Span­nungs­bo­gen zwis­chen Bauern­ver­band und Han­del war in vie­len Gesprächen und Diskus­sion­srun­den spür­bar. Fra­gen nach Erzeuger­preisen, Mark­t­macht des Lebens­mit­teleinzel­han­dels und fair­er Verteilung ent­lang der Wertschöp­fungs­kette wur­den immer wieder the­ma­tisiert – ohne dass sich ein­fache Lösun­gen abze­ich­neten. Ger­ade hier zeigte die Grüne Woche ihre Dop­pel­rolle: Bühne für Kon­sum und Genuss, aber zugle­ich Schau­platz har­ter wirtschaftlich­er Inter­essen.

Die Medi­en zogen ins­ge­samt ein über­wiegend pos­i­tives Faz­it. Gelobt wur­den Besucherzahlen, inter­na­tionale Präsenz und poli­tis­che Dichte. Kri­tik blieb eher leise und konzen­tri­erte sich auf Organ­i­sa­tion, Gedränge und bekan­nte Struk­tur­prob­leme der Branche. Ein grundle­gen­der Wider­spruch blieb jedoch sicht­bar: Zwis­chen dem Bild ein­er nach­halti­gen, ver­ant­wor­tungsvollen Land­wirtschaft und den realen Mark­t­mech­a­nis­men klafft weit­er­hin eine Lücke.

Auch wirtschaftlich set­zte die Messe Impulse. Die durch­schnit­tlichen Pro-Kopf-Aus­gaben lagen bei rund 150 Euro. Hotel­lerie, Gas­tronomie und Einzel­han­del prof­i­tierten spür­bar. Über 1.800 Medi­en­vertreter aus 21 Län­dern begleit­eten die Ver­anstal­tung.

Mehr als 90 Prozent der Besuch­er bew­erteten ihren Messebe­such pos­i­tiv und wür­den die Grüne Woche weit­erempfehlen. Viele Aussteller pla­nen bere­its ihre Rück­kehr.

Die näch­ste Grüne Woche find­et vom 15. bis 24. Jan­u­ar 2027 in Berlin statt.

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