Wenn die Zukunft aussieht wie ein MediaMarkt
Die IFA ist zu Ende. Mit rund 2.000 Ausstellern und mehr als 220.000 Besuchern ist klar, dass die Berliner Technikmesse nach wie vor äußerst attraktiv ist. Und doch bleibt nach mehreren Messetagen ein merkwürdiger Eindruck zurück: Wo endet die Technologiemesse und wo beginnt der größte MediaMarkt der Welt?
Natürlich gibt es sie noch, die großen Marken. Samsung, LG, Bosch, Miele und andere präsentieren aufwendige Erlebniswelten, in denen Produkte Teil einer perfekt inszenierten Markenwelt werden. Dazwischen stehen jedoch unzählige Aussteller mit Fernsehern, Kopfhörern, Staubsaugern, Küchengeräten, Smartphones und allerlei Gadgets. Vieles davon ist interessant und manches beeindruckend, aber erstaunlich wenig wirkt wirklich überraschend.
Auch die künstliche Intelligenz ist auf der IFA inzwischen allgegenwärtig. Kaum ein Gerät kommt ohne das Etikett „AI“ aus. Dabei ist die Technologie keineswegs neu. Neu ist vielmehr, dass immer leistungsfähigere Prozessoren, größere Speicher und ausgefeiltere Algorithmen es ermöglichen, Verfahren, die lange Spezialanwendungen vorbehalten waren, in immer mehr Alltagsgeräte zu integrieren. Die eigentliche Revolution ist also weniger die Erfindung neuer Intelligenz als deren Industrialisierung.
Genau darin liegt die Botschaft dieser IFA. Sie zeigt weniger die spektakuläre Zukunft als den Moment, in dem technische Entwicklungen zur Ware werden. Besonders auffällig ist dabei der Aufstieg chinesischer Hersteller, die mit riesigen Ständen und einer enormen Produktpalette inzwischen selbstbewusst neben den etablierten europäischen, koreanischen und japanischen Marken auftreten.
Die IFA ist deshalb keineswegs überflüssig. Im Gegenteil: Sie ist ein ziemlich präzises Abbild eines sich verändernden Weltmarktes. Nur hat sich ihre Funktion verändert. Vielleicht wird die Zukunft hier nicht mehr erfunden.
Vielleicht ähnelt sie inzwischen einfach einem sehr großen MediaMarkt.
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