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Schlagwort: Young Euro Classic

Young Euro Classic Fazit

und warum dieses Fes­ti­val für Berlin so wichtig ist

Young Euro Clas­sic ist längst mehr als ein Fes­ti­val für junge Orch­ester­musik­er. Die 27. Aus­gabe hat erneut gezeigt, welche Bedeu­tung es für Berlin hat – für die musikalis­che Nach­wuchs­förderung, inter­na­tionale Begeg­nun­gen und das Pub­likum von mor­gen.
Wer eines der Konz­erte im Konz­erthaus Berlin erlebt hat, kon­nte etwas Bemerkenswertes beobacht­en. Erstaunlich viele junge Men­schen saßen im Pub­likum. Und sie waren mit Begeis­terung dabei. Das ist ein wichtiges Sig­nal in ein­er Zeit, in der oft beklagt wird, dass junge Men­schen nur schw­er für klas­sis­che Musik zu gewin­nen seien.
Berlin ver­fügt mit der Uni­ver­sität der Kün­ste und seinen großen Musikschulen bere­its über eine gute Grund­lage. Young Euro Clas­sic führt diese Arbeit auf eine große öffentliche Bühne: Junge Musik­erin­nen und Musik­er kön­nen ihr Kön­nen unter pro­fes­sionellen Bedin­gun­gen vor einem großen Pub­likum zeigen.


Bemerkenswert ist ein Prinzip, das heute fast ungewöhn­lich wirkt. Die Orch­ester treten nicht gegeneinan­der an. Es gibt keine Ran­gliste und keinen Sieger. Jedes Ensem­ble bekommt seine eigene Bühne und gibt den­noch sein Bestes. Der Ehrgeiz richtet sich somit nicht gegen die anderen, son­dern auf die eigene Leis­tung.
Man hört einan­der zu, lernt voneinan­der und begeg­net sich ohne unmit­tel­baren Konkur­ren­z­druck. Alle wollen gut sein, aber nie­mand muss bess­er sein als die anderen. Ger­ade das macht die Atmo­sphäre des Fes­ti­vals so beson­ders.
Dazu kommt der beson­dere Ort. Die jun­gen Musik­er spie­len im Konz­erthaus Berlin, ein­er der großen Adressen des inter­na­tionalen Musik­lebens. Hier treten Spitzenorch­ester auf und hier ist das Konz­erthau­sor­ch­ester zu Hause.
Für den Nach­wuchs ist das mehr als eine schöne Kulisse. Die jun­gen Musik­er ste­hen auf der­sel­ben Bühne wie ihre musikalis­chen Vor­bilder und erleben unmit­tel­bar, wohin ihr Weg sie führen kann.
Young Euro Clas­sic beschränkt sich inzwis­chen auch nicht mehr auf den großen Konz­ert­saal. Mit „YEC im Kiez” kom­men kleine Ensem­bles der angereis­ten Orch­ester mit Pop-up-Konz­erten direkt zu den Berliner­in­nen und Berlin­ern – etwa auf den Klunk­erkranich, zu C/O Berlin oder auf die Fre­itreppe des Konz­erthaus­es. So wird aus dem inter­na­tionalen Fes­ti­val auch ein Stück Berlin­er Stadtkul­tur.


Auch die jüng­sten Besuch­er wer­den gezielt ange­sprochen. Im Rah­men des seit 2019 beste­hen­den NEXT GEN­ER­A­TION-Pro­gramms wer­den Kinder mit Work­shops, inter­ak­tiv­en Ange­boten und dem Kindertag spielerisch an Musik herange­führt. 2026 kon­nten Kinder Instru­mente aus­pro­bieren, eigene Songs aufnehmen und gemein­sam musizieren.
Damit entste­ht eine bemerkenswerte Verbindung: Auf der Bühne spielt die musikalis­che Zukun­ft, im Pub­likum wächst bere­its die näch­ste Gen­er­a­tion her­an.
Berlin ist Tre­ff­punkt der jun­gen Musik­welt.
Hinzu kommt die enorme inter­na­tionale Ausstrahlung. Junge Musik­erin­nen und Musik­er aus Europa, Afri­ka, Asien und Ameri­ka kom­men nach Berlin, um gemein­sam zu musizieren. Im Jahr 2026 waren 14 Jugen­dorch­ester sowie weit­ere Jazz- und Chor­for­ma­tio­nen beteiligt. Das Fes­ti­val macht Berlin damit für einige Wochen zu einem Tre­ff­punkt ein­er jun­gen, inter­na­tionalen Musik­szene.
Ger­ade in schwieri­gen Zeit­en inter­na­tionaler Beziehun­gen ist diese Form der Begeg­nung wertvoll. Ein Orch­ester funk­tion­iert nur, wenn man einan­der zuhört, aufeinan­der reagiert und ein gemein­sames Ziel ver­fol­gt. Hier wird inter­na­tionale Ver­ständi­gung nicht disku­tiert, son­dern prak­tiziert.
Diese Wirkung reicht inzwis­chen weit über Berlin hin­aus. So zeich­nete beispiel­sweise ARTE das Eröff­nungskonz­ert des Bun­desju­gen­dorch­esters auf und Deutsch­land­funk Kul­tur übertrug mehrere Konz­erte des Fes­ti­vals bun­desweit. Damit erre­ichte Young Euro Clas­sic auch ein Pub­likum, das nicht im Konz­erthaus sitzen kann. Einige Konz­erte sind auch im Stream ver­füg­bar.
Young Euro Clas­sic verbindet musikalis­che Aus­bil­dung, inter­na­tionale Begeg­nung, pro­fes­sionelle Förderung und Pub­likum­sen­twick­lung. Das Fes­ti­val ist deshalb kul­tur­poli­tisch wichtiger, als es auf den ersten Blick scheint.
Natür­lich gibt es viele her­vor­ra­gende Nach­wuch­spro­gramme und Jugen­dorch­ester in Deutsch­land und weltweit. Young Euro Clas­sic ver­fol­gt jedoch einen eige­nen Ansatz: Es ist wed­er eine Akademie noch ein Wet­tbe­werb, son­dern eine inter­na­tionale Bühne für viele junge Ensem­bles.
Die Musikschulen und die UdK schaf­fen die Grund­la­gen. Young Euro Clas­sic zeigt, was daraus entste­hen kann. Die jun­gen Musik­er brin­gen ihr Kön­nen nach Berlin und find­en hier einen Konz­ert­saal, in dem sie gemein­sam mit der inter­na­tionalen Musik­welt auftreten kön­nen.

Vielle­icht liegt darin die eigentliche Stärke des Fes­ti­vals: Es redet nicht nur darüber, dass die Jugend die Zukun­ft der Kul­tur ist, son­dern gibt den jun­gen Musik­ern eine Bühne. Es lässt sie spie­len – auf ein­er großen Bühne, vor einem jun­gen Pub­likum und gemein­sam mit der Welt.
Berlin sollte Young Euro Clas­sic deshalb nicht nur erhal­ten, son­dern als das begreifen, was es längst ist: eine Investi­tion in die musikalis­che und inter­na­tionale Zukun­ft der Stadt.

Young Euro Classic Konzerte

Immer wieder ein Erleb­nis

Zum 27. Mal öffnet Young Euro Clas­sic im Berlin­er Konz­erthaus am Gen­dar­men­markt seine Türen: Vom 31. Juli bis 16. August 2026 bietet das inter­na­tionale Jugen­dorch­ester­fes­ti­val im Konz­erthaus, vielfältige Konz­ert­er­leb­nisse, zeigt, dass Musik inter­na­tionale Verbindun­gen schafft. 17 Tage lang gestal­ten 14 Jugen­dorch­ester, zwei Jazz-For­ma­tio­nen, ein junger Chor und fünf Ensem­bles das Pro­gramm.

Das Fes­ti­val­pro­gramm über­rascht in diesem Jahr mit einem beson­deren High­light: Zum allerersten Mal übern­immt ein Chor die Gestal­tung eines gesamten Konz­ertabends bei Young Euro Clas­sic. Aus Est­land gastiert der Eston­ian Nation­al Opera Boys‘ Choir (15.08.) und beschert dem Pub­likum mit der faszinieren­den Tra­di­tion des est­nis­chen Chorge­sangs ein ganz beson­deres Konz­ert­er­leb­nis.

Einen Jaz­z­abend ver­spricht das Jakob Manz & Karthik Mani Project (11.08.), das auf Ini­tia­tive von Young Euro Clas­sic südindis­che Musik und zeit­genös­sis­chen Jazz miteinan­der ins musikalis­che Gespräch bringt. Das Pro­jekt ist zugle­ich eine Hom­mage an die Zusam­me­nar­beit der Sän­gerin R.A. Rama­mani, Mut­ter von Karthik Mani, mit Alt­sax­o­phon­ist Char­lie Mar­i­ano in den 1980er Jahren. Mit einem energiege­lade­nen Pro­gramm aus brasil­ian­is­chen und kuban­is­chen Rhyth­men begeis­tert in diesem Jahr das nieder­ländis­che Jong Metro­pole Sym­phon­ic Jazz Orches­tra (06.08.) unter der Leitung des por­tugiesisch-amerikanis­chen Diri­gen­ten Jaco­mo Bairos. Und Pedro Carneiro und das Jovem Orques­tra Por­tugue­sa (07.08.) nehmen das Pub­likum mit auf eine Reise in die heimatliche Klang­welt der Saudade.

Das Euro­pean Union Youth Orches­tra (03.08.) feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit 50 Jahren verkör­pert es in beson­der­er Weise den europäis­chen Gedanken – den Grün­dungsim­puls von Young Euro Clas­sic selb­st. Rach­mani­nows Sym­phonie Nr. 2 und Brahms’ Vio­linkonz­ert mit Solistin María Dueñas, einem auf­streben­den Stern der klas­sis­chen Musik­welt, machen dieses Konz­ert zu einem Erleb­nis. Die Ange­li­ka Prokopp Som­mer­akademie der Wiener Phil­har­moniker (14.08.) hat bei ihrem Konz­ert Anneleen Lenaerts als Solistin an der Harfe zu Gast, die gemein­sam mit den hochtal­en­tierten Nachwuchsmusiker:innen aus aller Welt das Har­fenkonz­ert in Es-Dur von Rein­hold Glière erklin­gen lässt.

Nach mehrjähriger Pause kehrt eine beliebte Tra­di­tion von Young Euro Clas­sic zurück: Für aus­gewählte Konz­ertabende find­en wieder Konz­erte­in­führun­gen statt. Renom­mierte Expert:innen geben Ein­blicke in die musikalis­chen Werke und ihre jew­eilige Geschichte.

FUTURE NOW Musi­cal Diaries” – Das Fes­ti­val im Fes­ti­val

Bere­its zum vierten Mal blickt Young Euro Clas­sic mit seinem Fes­ti­val im Fes­ti­val über den Teller­rand der europäis­chen klas­sis­chen Orch­ester­tra­di­tion hin­aus. Unter dem Titel „FUTURE NOW Musi­cal Diaries“ präsen­tieren sich in diesem Jahr Ensem­bles aus Argen­tinien, Marokko, Viet­nam, Tad­schik­istan und das FUTURE NOW-Ensem­ble &ñịoن, in dem ver­schiedene musikalis­che Wel­ten aufeinan­dertr­e­f­fen. Die Konz­erte find­en an den Fes­ti­val­woch­enen­den jew­eils am späten Nach­mit­tag vor den Abend­konz­erten statt.

Young Euro Clas­sic. Fes­ti­val der besten Jugen­dorch­ester der Welt

31. Juli bis 16. August 2026 im Konz­erthaus Berlin

Alle Abend­konz­erte begin­nen um 19 Uhr, alle Konz­erte von „FUTURE NOW“ um 16:30 Uhr. Zu aus­gewählten Abend­konz­erten find­en Konz­erte­in­führun­gen ab 18 Uhr im Wern­er-Otto-Saal statt.

Das aus­führliche Fes­ti­val­pro­gramm ist abruf­bar unter: www.young-euro-classic.de

Preiskat­e­gorien 39 € / 27 € / 16 € (plus Vorverkauf­s­ge­bühr).

Berechtigte Per­so­n­en erhal­ten für alle Preiskat­e­gorien 30 % Teil­habe- und Bil­dungser­mäßi­gung.

Tick­ets gibt es über die Young Euro Clas­sic-Web­seite, die Tick­et-Hot­line.

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