Wiedereröffnung des Museums für Film und Fernsehen der Deutschen Kinemathek
Immer noch sehr zu bedauern ist die Schließung des Museums für Film und Fernsehenam Potsdamer Platz.Die dort mögliche anregende Vielfalt ist nicht wieder erreichbar. Dennoch ist das wieder eröffnete Museum in der Mauerstraße sehenswert. Alleine schon der Ort, die denkmalgeschütze Ikone der Berliner Industriekultur, ein ehemalige Umspannwerk, später die Diskothek E‑Werk, ragt hervor. Die jetzt gezeigte Wechselausstellung „Screentime“ bespielt die gesamte ehemalige Maschinenhalle. Ihre Offenheit erinnert eher an ein Filmstudio als an ein Museum. Großformatige Medieninstallationen laden zu einem Streifzug durch 130 Jahre deutscher Filmgeschichte ein. Werkfotos aus den Archiven der Deutschen Kinemathek zeigen Drehsituationen und ermöglichen seltene Blicke in Produktionszusammenhänge. In Kombination mit Filmausschnitten wird sichtbar, wie Technik und Inszenierung Stimmung und Ästhetik prägen. Dazwischen erscheinen immer wieder Gesichter in Großaufnahme: Schauspieler*innen aus unterschiedlichen Epochen, deren Porträts sich zu einer bewegten Bilderfolge verdichten – von Asta Nielsen bis Sibel Kekilli, von Peter Lorre bis Daniel Brühl, von Heinz Rühmann bis Diane Kruger. Eine Sammlungswand gibt Einblicke in die Archive der Deutschen Kinemathek: durch Öffnen der Schubladen kann sich der Besucher in Fanpostkarten, Drehplanseiten u. a. Dokumente aus der Materialfülle der weit größeren Sammlung vertiefen.
Kinemathek im E‑Werk https://www.deutsche-kinemathek.de, Mauerstraße 79, 10117 Berlin; Täglich 10–18 Uhr; 10 € regulär, 7 € ermäßigt, Kinder kostenfrei
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