Anne Berests spannende Recherche der väterlichen Familiengeschichte
Die mit dem Buch „Die Postkarte“ erfolgreiche Autorin Anne Berest erforscht in diesem Buch die Familiengeschichte väterlichseits. In „Die Postkarte“ stand ihre jüdische Großmutter im Mittelpunkt. Sie konnte sich als einzige ihrer in Frankreich integrierten Familie der Verschleppung französischer Behörden in deutsche Vernichtungslager entziehen. Sehr einfühlsam, voller persönlicher Emotion, fast zu persönlich ist jetzt auch Anne Berests Geschichte ihrer Familie väterlichseits, geprägt durch ihre Wurzeln in der Bretagne. Auch hier werden tiefe Einschnitte im Leben der Menschen nacherlebbar, muss auch von deutschen Kriegsverbrechen berichtet werden. Der Schwerpunkt liegt allerdings in der von Auseinandersetzungen mit Links- und Rechtsextremisten geprägten Geschichte Frankreichs nach dem 2. Weltkrieg, die Welt der Wissenschaftler (Berests Vater war ein bedeutender Mathematiker). Ein sehr lesenswertes Buch, klar gegliedert durch die persönlichen Perspektiven der Protagonisten
Anne Berest: Vatertage, 539 Seiten, Anne Berest: Vatertage, 539 Seiten, Piper / Berlin Verlag 2026, ISBN: 9783827015372, 25 €
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