Kom­pendi­um der roman­tis­ch­er Malerei von Friedrich bis Turn­er

Dieses Buch ist her­aus­ra­gend, eine ver­legerisches Glanzstück, ein Füll­horn großar­tiger Gemälde, über 1000 Farbab­bil­dun­gen in bester Qual­ität, häu­fig über zwei Seit­en des groß­for­mati­gen Buch­es, kün­ftig das Kom­pendi­um roman­tis­ch­er Malerei. Es stellt die Malerei der Roman­tik als gesam­teu­ropäis­ches Phänomen dar mit deut­lichem Schw­er­punkt im deutschsprachi­gen Raum. Diese Malerei, häu­fig schon lange vor dem Impres­sion­is­mus als Pleinair­malerei, begann im 18. Jahrhun­dert, ihren Höhep­unkt hat­te sie in der 1. Hälfte des 19. Jahrhun­derts. „In Anbe­tra­cht des Fehlens … ein­er spez­i­fisch roman­tis­chen Architek­tur kann sie nicht als eigen­ständi­ge Epoche ange­se­hen werden…Je nach Blick­winkel und Ein­gren­zung ist die Malerei der Roman­tik eine Ran­der­schei­n­ung inner­halb der Malereigeschichte dieser Zeit, die dem Klas­sizis­mus ange­hört.“ (S.9/10) Der Autor schreibt zur Auswahl: „Die Auswahl der Maler, die in diesem Buch mono­grafisch behan­delt wer­den, erfol­gte nach ihrer Qual­ität und Bedeu­tung. Es han­delt sich fast auss­chließlich um Kün­stler, deren Anliegen die emo­tionale Wieder­gabe ein­er Sit­u­a­tion oder Land­schaft war.“ (S. 8).
Das Buch begin­nt mit den Werken der Vor­ro­man­tik, ins­beson­dere von Claude Joseph Ver­net, der malerische Hafe­nan­sicht­en, Son­nenun­tergänge und drama­tis­che Schiff­bruch­szenen malte. Weit­er­hin gilt den Malern der Vulka­n­malerei um Wright of Der­by und Michael Wutky sowie den Land­schafts­malern Cas­par Wolf und Adri­an Zingg ein beson­deres Augen­merk.

Im Haupt­teils des Buch­es wer­den nach ein­er Ein­leitung zur his­torischen Einord­nung und den Motivschw­er­punk­ten vierzig Maler der Roman­tik aus Deutsch­land, Öster­re­ich, der Schweiz und Skan­di­navien mono­grafisch vorgestellt. Ein­drucksvoll ist die Vielfalt, viele der an Kun­st inter­essierten Öffentlichkeit gän­zlich unbekan­nte Kün­stler sind zu ent­deck­en: Carl Wil­helm Götzhoff (ein­drucksvolle ital­ienis­che Land­schafts­bilder), Julius von Ley­pold (deut­lich als Schüler C.D. Friedrich zu erken­nen), Alexan­dre Calame (aus der franzö­sis­chsprachi­gen Schweiz stam­mend, ein­er der beliebtesten Alpen­maler sein­er Zeit) und Johann Jakob Frey (ein Schweiz­er Maler, der mit seinen ital­ienis­chen Land­schafts- und Him­mel­san­sicht­en begeis­terte) seien als her­aus­ra­gende Beispiele genan­nt. Schw­er­punkt liegt natür­lich auf den berühmten Malern der Roman­tik von Friedrich, Dahl, Carus, Blechen bis zur Düs­sel­dor­fer Maler­schule unter Schirmer. Her­vorzuheben ist dabei, dass auch bei diesen Kün­stlern weniger bekan­nte, doch nicht weniger ein­drucksvolle Werke abge­bildet wer­den. Auch bei den Werken franzö­sis­ch­er, englis­ch­er und rus­sis­ch­er Kün­stler wer­den die bekan­nte Maler wie William Turn­er und John Con­sta­ble bzw. Thèodore Géri­cault und Eugène Delacroix vorgestellt und es sind Ent­deck­un­gen zu machen wie beispiel­sweise Thèodore Gudin mit seinen See- und Him­mel­san­sicht­en. Schließlich wer­den auch bedeu­tende roman­tis­che Maler aus den USA vorgestellt, deren ein­drucksvolle Land­schafts­darstel­lun­gen auch in Europa bekan­nt gewor­den sind: Thomas Cole, Fred­er­ic Edwin Church und Albert Bier­stadt. Kün­stler aus Ital­ien und Spanien fehlen. Wohl hat­te dort die Roman­tik nicht diesen prä­gen­den Ein­fluss. Oder waren es Platz­gründe, denn dieses so empfehlenswerte Kom­pendi­um roman­tis­ch­er Malerei ist jet­zt schon schw­ergewichtig genug.

Michael Imhof: Die Malerei der Roman­tik, Von Friedrich bis Turn­er, 832 Seit­en, 1.116 Farb-Abbil­dun­gen, ISBN 978–3‑7319–1385‑6, Michael Imhof Ver­lag, Peters­berg 2025, Sub­skrip­tion­spreis bis 31.1.2026: 69,00 Euro Euro (D), danach: 99,00 Euro Euro (D)