Warum ich an den Ort reiste, von dem mein Vater einst fliehen musste

Als Zehn­jähriger wurde der Vater der Autorin aus Ost­preußen ver­trieben. Er ver­lor seine Heimat, seine Kind­heit und erlebte die schreck­liche Gewalt der Vertrei­bun­gen. Achtzig Jahre später macht sich seine Tochter auf die 300 Kilo­me­ter lange Reise von München nach Osterode in Masuren ent­lang der Fluchtroute ihres Vaters. Sie will ver­ste­hen, warum sich die seel­is­chen Ver­let­zun­gen ihres Vaters in ihrem eige­nen Leben fortpflanzen kon­nten („…hin­ter­her­reist. Und damit auch dir selb­st – denn wenn du ehrlich bist, weißt du, dass es dieses Kind ist, das in deinem Herzen haust. Sein Schmerz ist dein Schmerz.“ S. 32). Wo liegt der Ursprung ihrer durch­lebten Mager­sucht, ihrer Kämpfe gegen Depres­sion und Burn-out? Wie vererben sich Trau­ma­ta von ein­er Gen­er­a­tion auf die näch­ste? Matzkos Vater trug zeitlebens diese „alte Wut“ über die Vertrei­bungser­fahrung mit sich. Sie äußerte sich in hefti­gen Wutaus­brüchen und beson­ders rigi­dem Kon­trolbedürf­nis. Vieles übertrug sich auf die Tochter. Mit scho­nungslos­er Offen­heit erzählt Caro Matzko in sehr direkt-per­sön­lich­er Erzählweise von ihrem Leben und der Reise in die Ver­gan­gen­heit.

Caro Matzko: Alte Wut — Warum ich an den Ort reiste, von dem mein Vater einst fliehen musste, 220 Seit­en, Fotos und Karte in den Buchin­nen­seit­en, ISBN 978–3‑492–07372‑1, Piper Ver­lag, München 2025, 24 €