Span­nend erzählte Kun­st­geschichte: Max Beck­mann und der Kun­straub in den Nieder­lan­den

Dieser sehr lesenswerte, span­nend erzählte und gründlich recher­chierte Roman basiert auf his­torischen Geschehnis­sen: auf das Leben Max Beck­manns im Ams­ter­damer Exil (1937- 1947) und das Wirken seines Gön­ners Erhard Göpel, der ab 1942 bis zum Kriegsende als NS-Beauf­tragter Kunst­werke für das geplante „Führermu­se­um Linz“ ankaufte und dabei im Gegen­satz zum Wirken ander­er NS Stellen direk­ten Kun­straub ver­mei­den und jüdis­che Leben ret­ten kon­nte. Die Autorin Mar­i­anne Ludes hat­te exk­lu­siv­en Zugriff auf die bis­lang unveröf­fentlicht­en Tage­büch­er Mathilde Beck­manns. Sie ver­wen­det sie für ihren Roman, die Tage­büch­er wer­den aber nicht zitiert (siehe die in den „Tage­buch“ Abschnit­ten erwäh­n­ten fik­tiv­en Per­so­n­en, vgl. das sehr infor­ma­tive Nach­wort). Das ist prob­lema­tisch, der Leser fragt sich immer wieder, was ist authen­tisch? Auch lenken manche pri­vate Belan­glosigkeit­en von den so span­nend erzählten Details der zeit­geschichtlichen Hin­ter­gründe ab. Aber der Leser lernt Max Beck­mann ganz intim ken­nen, sein Werk erschließt sich neu.

Mar­i­anne Ludes: Trio mit Tiger, 446 Seit­en, ISBN 978–3‑570–10554‑2, Ber­tels­mann Ver­lag, München 2025, 25 €