„1923 – Ein deutsches Trauma“

Ein englischer Historiker leistet mit diesem Buch etwas was deutsche Autoren bislang nicht gelang: sehr anschaulich mit vielen bisher wenig beachteten Details angereichert ein für Deutschland sehr prägendes Jahr zu dokumentieren und dabei die Lehren aus dieser für die Demokratie so bedrohlichen Zeit zu ziehen. Jones verbindet die Mikroebene, das Leiden der Menschen, mit der…

Lost Trains: Bahnkultur im Niedergang

Die Farbfotografien dieses Bildbands laden zum vertieften Betrachten ein, haben eine besondere ästhetische Qualität, obwohl ihr Gegenstand doch eher wenig erfreulich ist. Sie sind Zeugnisse des Niedergangs von Bahnkultur. Informative Bildunterschriften des Autors, der selbst Fotos beisteuerte und weltweit herausragende Aufnahmen aufspürte, gleichen das Fehlen einer ausführlicheren Einleitung zur Geschichte der Bahnkultur und ihres Niedergangs…

„Lost & Dark Places: Berlin & Brandenburg“

Dieser Lost Places Führer unterscheidet sich von ähnlichen Titeln anderer Verlage mehrfach: er ist Teil einer deutschlandweiten Reihe und die Autorinnen verderben nicht eifersüchtig anderen, die diese Orte erkunden möchten, den Spaß, indem sie den Zugang verschweigen. Vielmehr werden exakte Hinweis zum Aufspüren dieser Orte gegeben. Sicher, es sind Vorsichtsmaßnahmen zu treffen (die Autorinnen weisen…

„Geisterstätten der NS-Diktatur – Vergessene Orte im Osten“

Herausragende, oft großformatige über zwei Druckseiten gehende Fotografien und informative Texte vermitteln in diesem neuen Band der Geisterstätten-Reihe des Jaron Verlags die Bedeutung und den Reiz dieser an Deutschlands dunkle Vergangenheit erinnernde Orte.Zwischen 1933 und 1945 ließ die NS Diktatur zahlreiche Rüstungswerke, Militär- und Bunkeranlagen, aber auch Schulungseinrichtungen und Weihestätten errichten. Über die Jahre sind…

„Chausseestraße – Berliner Geschichte im Brennglas“

Die Chausseestraße in Berlin-Mitte gehört zu den geschichtsträchtigsten Straßen Berlins. Es erstaunt, dass erst jetzt eine Monografie dieser vom Ende der Friedrichstraße nach Norden bis nach Wedding reichenden Straße vorgelegt wird. Der Journalist Holger Schmale beschreibt sie höchst informativ und abwechslungsreich, macht ihre Bedeutung in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Berlins bewusst. Er zeigt die noch…

Porträt eines Berliner Kiezes

Der Autor dieses materialreichen Buches hat ausgelöst vom langwierigen Restitutionsprozess die Geschichte der Gründerfamilie eines Stadtteils im Osten Berlins erforscht. Max Koch, der Urgroßvater des Verfassers, ließ Ende des 19. Jahrhundert das Viertel um den Rudolfplatz erbauen, ein zwischen dem späteren Osthafen und dem Bahngleisen um die Warschauer Brücke gelegenes Gebiet. Es ist eng mit…

Beeindruckende Biographien aus nächster Nähe

Tobias Engelsing hat eine beeindruckende Biografie seines Vaters Herbert vorgelegt, die spannend zu lesen und umfassend recherchiert am persönlichen Erleben Zeitgeschichte von der Weimarer Republik bis in die Restauration der 50er Jahre spiegelt, eine „anschauliche Nahaufnahme des gewalttätigen 20. Jahrhundert“ (so der Autor im Nachwort, S. 401) vermittelt. Als Jurist und Produzent bei der Tobis…

Entdeckungen in Berlin

Selbst für Berlin-Kenner gibt es in dem Buch „Verborgenes Berlin“ vieles zu entdecken. Der Verleger Thomas Jonglez, er veröffentlichte schon 60 Reiseführer, darunter zehn auf Deutsch, ist wie die drei Autoren dieses Reiseführers nicht in Berlin aufgewachsen. Es zeigt sich, dass der Blick von außen den Zugang zu Berlins Besonderheiten erleichtert. 200 besondere Orte werden…

„Happy in Berlin?“

Englische Autor*innen berichten aus den 1920er und 30er Jahren in Berlin Dieser zweisprachige und reich bebilderte Begleitband zu einer gleichnamigen Ausstellung im Literaturhaus Berlin geht den vielfältigen Spuren zahlreicher Autor*innen nach, die in Briefen, Romanen, Memoiren, Reiseführern und Tagebüchern aus Berlin berichteten. Vor allem Christopher Isherwood ist weltweit für seine Berlin-Bücher bekannt, die als Vorlage…

Zeitgeschichte als Familiengeschichte: das Leben von Artur und Maria Brauner

Alice Brauner hat mit diesem sehr lesenswerten Buch ihren Eltern ein literarisches Denkmal gesetzt, das sich zudem spannend liest. Für diese Familienbiographie griff Alice Brauner nicht nur auf ihre sehr persönliche Erinnerungen und Gespräche mit ihren Eltern zurück – eine wichtige, im Buch auch häufig zitierte Quelle ist das Tagebuch ihres Großvaters voller eindrücklicher Schilderungen…