Eine Villa mit großer Ausstrahlungskraft

Die Autorin dieses besonderen Buches ist Professorin an der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg und verwandt mit der im Buch porträtierten Familie Grüngard, die bis zu ihrer Auswanderung nach Palästina 1934 in der Freiherr-vom-Stein-Str. 13 in Berlin-Schöneberg ein stattliches Haus besaß. Nach intensiven Recherchen in Archiven kann die Autorin die faszinierende Geschichte einer Familie…

„Café Schindler“

„Meine jüdische Familie, zwei Kriege und die Suche nach Wahrheit“Der Untertitel dieses außergewöhnlich lesenswerten Buches von Meriel Schindler gibt sehr treffend den Inhalt an: die faszinierende Recherche einer Londoner Anwältin zur Klärung ihrer weit verzweigten jüdischen Familiengeschichte. Als ihr Vater 2017 stirbt, beschließt Meriel Schindler den Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Ausgehend von Fotos…

„Braunes Erbe“

Die dunkle Geschichte der reichsten deutschen Unternehmerdynastien Der niederländische Wirtschaftsjournalist David de Jong hat mit diesem mitreißend geschriebenen Neuerscheinung ein „erzählendes Sachbuch“ (S. 443) vorgelegt, das erstmals umfassend Licht in die dunkle Herkunft der Milliardenvermögen der reichsten deutschen Unternehmerdynastien bringt. Die Quandts, die Flicks, die von Fincks (Bankhaus Merck & Finck), die Porsche-Piëchs, die Oetkers…

Beeindruckende Biographien aus nächster Nähe

Tobias Engelsing hat eine beeindruckende Biografie seines Vaters Herbert vorgelegt, die spannend zu lesen und umfassend recherchiert am persönlichen Erleben Zeitgeschichte von der Weimarer Republik bis in die Restauration der 50er Jahre spiegelt, eine „anschauliche Nahaufnahme des gewalttätigen 20. Jahrhundert“ (so der Autor im Nachwort, S. 401) vermittelt. Als Jurist und Produzent bei der Tobis…

Eine Agentengeschichte mit sehr realem Hintergrund

Dieser Roman fasziniert – nicht nur weil er voller Dramatik und unerwarteter Wendungen ist und darüber hinaus sehr treffend Orte und Personen der NS-Zeit sowie der unmittelbaren Nachkriegszeit beschreibt, sondern vor allem weil er reale zeithistorische Abläufe und das Agieren prägender Persönlichkeiten in die Romanhandlung einfließen lässt. Beglaubigt von einem Historiker des BNDs und belegt…

Ein Symbol der 1920er Jahre in Berlin: Das Haus Vaterland

Es ist schon erstaunlich, dass ein Gebäudekomplex, der so sehr für die „Goldenen Zwanziger Jahre“ in Berlin steht, aber auch im weiteren Verlauf der Zeitgeschichte vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, der NS-Diktatur und der Nachkriegszeit alle dramatischen Ereignisse spiegelte, erst jetzt in einer sehr lesenswerten Monographie gewürdigt wird. Es gab Erinnerungsbände, in denen das…

Modezentrum Berlin

Berlin wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Fashion Metropole. Junge Unternehmer – zu einem großen Teil jüdischer Herkunft – siedelten sich ab 1836 im Zentrum Berlins am Hausvogteiplatz und in der Mohrenstraße an. Mit völlig neuartigen Schnitten und innovativen Produktionstechniken läutete sie eine Wende in der Modebranche ein. Korsett war gestern, Konfektionsmode heute Einen…

Im Gespräch mit György Konrád

György Konrád schreibt im Vorwort seines neu erschienenen Werkes: „Ich mag Bücher, bei denen man nach jedem Satz eine Pause einlegen muss.“ Unter dem Titel „Gästebuch. Nachsinnen über die Freiheit“ ist es im Suhrkamp-Verlag erschienen. Wer Konráds Anspruch teilt, muss dieses Buch mögen. An diesem Mittwoch stellte der Autor es im Max-Liebermann-Haus vor. Zur Einführung sinnierte…