Wenn das Fahrwasser unruhiger wird

Als freier Journalist hat man es nicht leicht: Die Einsendungen für eine Literaturzeitschrift müssen redigiert werden, erweisen sich jedoch als nicht gerade gehaltvoll. Und einen sorgsam recherchierten Artikel in einer renommierten Tageszeitung unterzubringen, ist auch nicht einfach. Aber der Autor und Journalist Sascha Fehrmann hat es ganz gut getroffen. Er wohnt mit seiner Frau und…

Auch heute ist Heine noch um den Schlaf gebracht

Der Todestag eines Menschen ist ein geeigneter Tag, sich zu fragen, was die jeweilige Person gerade macht. Heute ist der Todestag Heinrich Heines. Und wenn man wissen wollte, wie es Heine geht, konnte man ihn einfach hinter dem Kastanienwäldchen an der Humboldt-Universität in Berlin besuchen. Das war ein pittoreskes Fleckchen. Abgesondert von den Touristenströmen, die…

Mitternächtliche Begegnung mit dem Golem

Vorhin bekam ich eine SMS: „Treffen heute um Mitternacht an der synagoga staro“. Das kam mir komisch vor: „staro“ passt doch vom Genus her gar nicht mit „synagoga“ zusammen. Wo soll überhaupt die „Alte Synagoge“ sein? Auch der Absender war mir unbekannt. Die Handynummer war unterdrückt und es hatte auch niemand einen Gruß hinterlassen. Trotzdem…

Zu Besuch bei Prager deutschen Schriftstellern

Die moderne Literaturwissenschaft hat für das Werk bestimmter Autoren die Bezeichnung „Prager deutsche Literatur“ eingeführt. Diesen Autoren ist es gemeinsam, dass sie Ende des 19. Jahrhunderts in Prag geboren wurden und größtenteils jüdisch waren. Sie führten ein Leben in drei Welten: in der tschechischen, der deutschen und in der jüdischen Kultur. Das Zusammentreffen dieser Kulturen…

Michael Chabon – Wonder Boys

Es ist die Jacke, die Marilyn Monroe bei ihrer Hochzeit mit Joe DiMaggio trug, die dem Leben des abgehalfterten Autors Grady Tripp im Roman „Wonder Boys“ mehr als eine Wendung gibt. Grady Tripp ist ein ehemals gefeierter Autor, der gerade an seinem neuesten Roman den „Wonder Boys“ arbeitet. Allerdings tüftelt er nun bereits seit sieben…

Im Gespräch mit György Konrád

György Konrád schreibt im Vorwort seines neu erschienenen Werkes: „Ich mag Bücher, bei denen man nach jedem Satz eine Pause einlegen muss.“ Unter dem Titel „Gästebuch. Nachsinnen über die Freiheit“ ist es im Suhrkamp-Verlag erschienen. Wer Konráds Anspruch teilt, muss dieses Buch mögen. An diesem Mittwoch stellte der Autor es im Max-Liebermann-Haus vor. Zur Einführung sinnierte…